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Frauen und Kinder zuerstKarlsruher Lesbenchor WEIBrations begeisterte in der Waggonhalle Marburg (ky). Schon der Applaus vor der Pause hätte mancher Band als Schlussapplaus mehr als gereicht: Die 20 Frauen vom Lesbenchor WEIBrations unter der Leitung von Eva Hilfinger begeisterten das Publikum in der vollbesetzten Waggonhalle restlos. In Begleitung von Maya Oneshe am Klavier wurden Schlager, Pop-Songs und Volkslieder sowie eigene Melodien mit ironischen und spitzen Texten geboten. Die Tücken des Lesbenalltags wurden von allen Seiten beleuchtet, aber auch wunderschöne Liebesschnulzen und melodramatische Märchenstoffe standen auf dem Programm. Jubelrufe und anhaltenden Applaus rief auch das Lied von der einsamen Nixe auf dem Meeresgrund hervor, die sich bitter über die Unsitte bekagt, bei Schiffbrüchen immer die Frauen zuerst zu retten. Bekommt der Wassermann nebenan pausenlos Nachschub an hübschen jungen Matrosen, muss sie einsam darauf warten, dass irgendwann mal eine schiffbrüchige Frau die Rettungsweste wegwirft, um zu ihr zu kommen. Veranstalterinnen des erfolgreichen Konzerts mit anschließender Party war die Kulturgruppe „LesbenLeben gegen den Strom“ zusammen mit dem autonomen FrauenLesben-Referat im Marburger AStA. Unterstützt wurde das Konzert auch von der Gleichstellungsstelle der Stadt Marburg. Die Frauenbeauftragte Christa Winter ließ sich den beliebten Chor nicht entgehen. Auch Dagmar Kräutler vom „LesbenLeben“ war mit dem Erfolg der Veranstaltung durchaus zufrieden. Die Gruppe, die seit sieben Jahren regelmäßig Kultur- und Diskussionsveranstaltungen in Marburg organisiert, wird bei ihrer Arbeit vom Marburger Gleichstellungsbüro unterstützt, „natürlich wie überall mit immer geringeren Etats“, so Kräutler. Den Karlsruher Chor hatten einige Mitglieder im vergangenen Jahr beim Gießener Lesbenfrühling gesehen und waren begeistert. So holten sie die WEIBrations dieses Jahr nach Marburg. Dass auch die eine oder andere aus dem Chor schon einige Zeit in Marburg verbracht hat, war in einem Lied über die Vermieterin „in einer hessischen Kleinstadt“ deutlich zu erkennen. Die Szenen mit dem Spalt im Vorhang und den üblichen Redensarten zu den Nachbarn dürften so mancher sehr bekannt vorgekommen sein. Aber nicht nur für Lesben gab es viel zu lachen, auch die anderen Zuhörerinnen amüsierten sich köstlich über die Damenwitze und selbstironische Scherze bezüglich Speckrollen, Schlankheitswahn, prämenstruellem Syndrom und den Erfahrungen beim Fitness-Trainig. Bei der anschließenden Party legte DJane Bianka den tanzfreudigen Frauen bis in die Nacht Musik für Beine und Kopf auf. Die Karlsruher Sängerinnen können in diesem Jahr auf ihr zehnjähriges Bestehen zurückblicken, dass sie ausgiebig mit einem Fest in ihrer Heimatstadt zu feiern gedenken: Am 2. Oktober steigt die Jubiläumsparty – natürlich mit Konzert - im Kulturzentrum „Tollhaus“ in Karlsruhe. (Foto und Text: Marburger Neue Zeitung von Martina Koelschtzky) |
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