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Die WEIBrations 2008

SÜDLUSCHT in Stuttgart – Grand Prix der Chöre einmal anders!

Vier Tage Leidenschaft, Chorkabarett und seriöser Gesang in Stuttgart. Die Stadt stand Kopf! Über 300 Sängerinnen und Sänger aus ganz Süddeutschland machten Ende Mai die schwäbische Metropole zum Zentrum schwullesbischer Kultur.

Herzstück von SÜDLUSCHT, dem 7. Süddeutschen Lesbischen und Schwulen Chöretreffen, waren die beiden Konzertabende im Kulturhaus Arena in Stuttgart Wangen. Jeweils acht Chöre pro Abend boten vor nahezu ausverkaufter Halle Höhepunkte aus ihrem aktuellen Programm. Welcher Chor am besten sang, war zu keinem Zeitpunkt eine Frage, da jeder Chor seine ganz eigene „Note(n)“ hatte. Unstrittig hingegen war, dass die schwulen Berner Sänger von Schwubs die schönsten Beine hatten – oben Frack, unten Netzstrümpfe und High Heels – den Preis für das erotischste Kostüm hätten ohne Zweifel sie gewonnen. Sabine aus Botnang stellte begeistert fest: „Es ist unglaublich, wie bunt, wie groß und wie vielfältig das Festival ist. Ich habe jeden Chor genossen. Mal frivol, mal frech und auch die klassischen Lieder haben mir unglaublich gut gefallen.“ Peter aus Heslach kaufte sich am Freitag nach dem Konzert gleich noch eine Karte für den folgenden Abend: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich als Schwuler so für lesbische Sängerinnen erwärmen kann. Besonders die Liederlichen Lesben aus Frankfurt mit ihrem Hit „Chips for my hips, Bierchen für die Nierchen“ waren ein Knaller!“

Die gastgebenden Chöre Musica Lesbiana und Rosa Note zeigten sich hoch zufrieden über die rund 350 Konzertbesucherinnen und Besucher je Abend. Damit haben die 16 süddeutschen Chöre bewiesen, dass schwullesbische Chormusik attraktiv ist und auch die breite Bevölkerung begeistern kann.
So auch am Samstagmorgen: Viele Menschen blieben stehen und staunten nicht schlecht, als die singenden Chöre rund um die Stuttgarter Königstraße Station machten. Das große Finale des „SÜDLUSCHT Open-Air“ fand vor der fantastischen Kulisse der Oper im Schlossgarten einen würdigen Rahmen. Alle 300 Sängerinnen und Sänger interpretierten vor vielen neugierigen und beschwingten Passanten gemeinsam zwei extra für das Festival komponierte Lieder.
Bei der Eröffnungsparty im „Nil – Café am See“, sorgten das hochkarätige Duo Tina Häussermann und Fabian Schläper, sowie die umwerfende Ines Martinez für viel Beifall und stimmten das Festival gesanglich ein. Die Stuttgarter CheerluderS präsentierten nackte Männerbeine und schwule Akrobatik
Näher kamen sich die Festivalteilnehmenden auch bei der Stäffelestour, dem Fernsehturm oder der Stimmbildung, um nur einige Workshops zu nennen – auch bei der großen Abschlussdisco wurden Freundschaften geschlossen und der erfolgreiche Abschluss der Konzerte genossen! Matthias von den Trällerpfeifen: „Ich habe selten so ein stimmiges, harmonisches und toll organisiertes Festival erlebt. Einziger Wermutstropfen waren die Tonprobleme am Freitagabend.

Durch SÜDLUSCHT kamen sich Schwule und Lesben näher – das ist ein großer Erfolg des Festivals. SÜDLUSCHT hat auch zwei Kulturkreise zusammen gebracht, die üblicherweise wenig Berührungspunkte haben. Die türkischen Betreiber des Kulturhaus Arena waren beeindruckt vom Selbstbewusstsein der schwullesbischen SängerInnen und deren BesucherInnen. Umgekehrt hat das Festivalteam während der gesamten Vorbereitungsphase keinerlei Vorbehalte bei der Zusammenarbeit mit den Kulturhausbetreibern erfahren.

Wir freuen uns auf das nächste Süddeutsche Schwullesbische Chöretreffen „Schreiline 2010“ in Frankfurt und bis dahin schallt der Refrain eines Festivalliedes lautstark durch den Stuttgarter Talkessel: “Wir sind gay, andersrum und queer, wichtig ist doch: wir sind hier. Jung, alt, naiv und weise, wir stehen zu unserer Lebensweise. Spürst du diese Kraft, die die Verbindung schafft? Wir sind hier!“

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