Chorkonzert der WEIBrations am 19. März 16 im Julie-Roger-Haus in Frankfurt               

 

Bericht aus der Hauszeitung des Julie-Roger-Hauses

 

Die Bewohner_innen staunten nicht schlecht, als ich es ihnen erzählte: „Ein Chor kommt aus Karlsruhe zu uns und tritt für uns auf?“ Ja, die „WEIBrations“ haben es gemacht! Und wie!

1994 bereits gründete eine Handvoll lesbische Frauen einen Chor, geprobt wurde im Wohnzimmer der damaligen Leiterin. Ein Jahr später sangen sie ihr gesamtes Repertoire – drei Lieder – bei der Eröffnung des Karlsruher Frauentreffs. Seitdem ist viel passiert, der Chor hat rund 20 Sängerinnen, zwei CDs wurden bis jetzt veröffentlicht. Sie haben sich einen Namen gemacht in der Szene der lesbischen Chöre, Auftritte bei schwul-lesbischen Chörefestivals, Berlin oder London – sie haben die Bühne für sich erobert.

Seit dem Jahre 2002 gibt Eva Hilfinger bei den WEIBrations den Takt an; die Chorleiterin absolvierte ihre musikalische Ausbildung beim Badischen Chorverband.

Am 19. März betraten sie das Julie-Roger-Haus und mit der Ankunft der Frauen sprang sofort ein Funke der guten Laune über. Gleich war klar: Es macht Freude, sie zu Gast zu haben. Die Bühnenoutfits: individuell und originell, farblich ein

echter Hingucker, fröhlich und unbeschwert.

Die Sängerinnen stimmen die ersten Lieder an – und haben ihr Publikum erobert.

Leiterin Eva Hilfinger geleitet die Bewohner_innen mit erläuternden Worten von

Song zu Song, gekonnt und sehr sympathisch macht sie das. Die Harmonien des

mehrstimmigen Gesanges klingen wunderbar leicht, sanft oder Forte beim Lied

„Skyfall“, getragen bei wunderschönen Balladen wie „And so it goes“, sie singen

auch bayrisch, und zwar richtig klasse.

Die augenzwinkernden, deutschen Texte sind wunderbar zu bekannten Melodien. Gewürzt mit Selbstironie: „Donnerstags die Probe“ - jaja, die Disziplin der Sängerinnen...; oder, worüber man so gar nicht nachdenkt: Da wartet ein

Seeweibchen schmachtend am Grund des Meeres auf ein hübsches Menschenmädchen, die sind aber alle im Rettungsboot und nur Kerle gehen über Bord?  Wie sprech' ich bloß das Mädel an der Bar an, in das ich mich spontan verliebt hab'? Und: „Wie verführ' ich meine Altenpflegerin?“

Die Texte sind witzig, ein bisschen frech oder sehnsüchtig, dabei stets einfühlsam und stimmen ein ums andere Mal auch nachdenklich.

Die Pianistin? Ist eigentlich Sängerin und heute nur mal eingesprungen? Das kann man kaum glauben, so souverän spielt sie. Der Chor und Leiterin Eva Hilfinger zeigen sich so offen und gut gelaunt, herzlich und charmant, sie swingen und schnipsen, ihre eigene Freude am gemeinsamen Singen geben sie uns weiter!

Nach dem großen Applaus: Für das eine oder andere Erinnerungsfoto nahmen sich die Frauen auch noch Zeit.

Bei der Zugabe „Gute Nacht Freunde“ ist der Text auch geändert: Die Sängerinnen verabschieden sehr persönlich alle, die dabei waren oder dabei sein könnten: Frauen, Lesben, Männer, Schwule, Heten... sie vergessen niemanden.

Ein großes Kompliment an Eva Hilfinger und die Sängerinnen, ein herzliches Dankeschön, ihr habt uns verzaubert!

 

Ihre/eure Gaby Grossbach